Offiziell zurück aus ... aus nirgendwo. Wo auch immer das sein soll. Naja, man könnte sagen, dass ich zurück bin von der Arbeit, oder von meiner Tante.
Ah, damit habe ich wieder eine sehr gute Möglichkeit absonderliche Witzigkeiten über mich zu erzählen. Obwohl das nicht sonderlich viel mit meiner Tante oder meiner Arbeit zu tun hat. Meine Gedankensprünge verwirren mich immer wieder und immer wieder und immer wieder. Das fröhliche Grinsen auf euren Gesichtern ist nicht sonderlich animierend, das ist euch klar oder?
Es fing so an wie jeder Tag. Aufstehen, Frühstücken und dann ... aufs Sofa. (nicht so wie jeder Tag, aber jeder Tag ist so ähnlich wie der andere. Sonne geht auf, Mittagessen, Sonne geht unter) Ja ... immer noch die Jogginghose an und zu faul sich einfach mal umzuziehen. Glücklicherweise sind ehrenwerte Eltern diesbezüglich mehr als locker. (Mein Vater liegt noch im Bett und schnarcht vor sich hin und meine Mutter war sowieso 300 Kilometer in die westliche Richtung entfernt. Nordwestlich eigentlich ... egal) Und da meine Schwester sowieso nichts zu sagen hat, weil sie knappe zwei Jahre jünger ist als ich (hehe) kann ich es mir leisten. Ebendiese kommt nämlich gerade die Treppen herunter und verdreht entfernt die Augen.
"Zieh dir ein Shirt an."
"Nein."
"Und warum nicht?"
"Weil Dad das auch nicht macht."
"Dad zieht Shirts an!"
"Sicherlich nicht, aber na gut ... weil ich zu faul bin wieder in den ersten Stock zu rennen und die Kästen zu durchwühlen."
"Faulsack."
"Kobold.", das war übrigens meine Lieblingsbezeichnung für meine Schwester, sie hat (ähnlich meiner Chefin wie es mir gerade kommt ... ) einige Namen für mich, die alle mehr oder minder einfallsreich sind. Gehirnluftballon, Farbeimer und großer Bruder sind drei davon ... um ehrlich zu sein sind mir nicht mehr eingefallen. Obwohl ich auch einfach Faulsack hinzunehmen könnte.
Aber das ist nicht das Thema! Ich schweife immer zu sehr ab!
So. Gegen neun schleppt sich dann auch endlich mein Vater zu uns herunter ( blöderweise hat er ein Shirt an, weswegen mein Argument von vor ein paar Minuten nun nicht mehr ganz so schlagkräftig ist. Durch den gewinnenden Blick meiner Schwester ist das dann auch noch klarer.). Er schlurft (laaaangsaaam) in die Küche und macht sich etwas zu essen um das dann (noch laaaangsaaamer) zu essen. Als er endlich fertig ist, kommt er wieder zu mir ins Wohnzimmer. Meine Schwester zähle ich nicht mit, da sich mich immer noch höhnisch anfunkelt und das gleichzeitig verdammt ungesund fürs Ego und verdammt nervig im Allgemeinen ist.
"Also? Was steht heute an?", fragt mein Vater, als er sich auch schon die Zeitung vor ihm schnappt und darin zu lesen beginnt. Aufmerksamkeit sieht anders aus.
"Kotzreiz ... ich meine Lilys Freund kommt vorbei.", grinse ich (wie immer ... nüx echt hier) und handle mir so einen derben Schlag gegen die Schulter ein.
"Magnus (glaubt mir ... das kommt nicht von mir ... Magnus ... das klingt ja fast schlimmer als Justin Bieber) und deine Freundin kommt auch, Noise."
"Was? Wer hat das denn gesagt?"
"Sie."
"Ähm ... wann?"
"Gestern. Sie hat mich angerufen."
"Warum ruft MEINE Freundin DICH an, wenn sie zu mir kommen will? Weiß ich irgendetwas nicht, Leute?!"
"Nein, da du gestern nicht da warst hat sie halt mich angerufen, du Nuss." Ahh, Nuss nennt sie mich auch ziemlich oft.
"Toll ... jetzt verbündet ihr euch gegen mich..."
"Träum weiter. Cup hab ich zwar gern, aber ich check nicht warum sie dich leiden kann." Ich kann nicht anders als grinsen. Immerhin weiß ich selbst nicht, was sie an mir findet. Das sollte ich recherchieren!
Aber weider zurück, da es hier ja eher um ... Magnus ... geht.
Der Typ ist seit fünf Wochen mit meiner kleinen Schwester zusammen und seit fünf Jahren ihr Schulkollege. Ich würde NIEMALS mit einem Mädchen aus meiner Klasse gehen, eben weil ich sie dann jeden Tag sehen müsste und dieses ewige gekuschel und geküsse nicht aushalte. Nervig. Einfach nur nervig. Ein paar mal in der Woche ist okay, aber nicht jeden Tag. Aber ich bin nicht meine Schwester, worüber ich eigentlich sehr froh bin. Ich müsste mich schminken und ich hätte Röcke an und ich wäre mit Magnus zusammen.
Und ich konnte den Kerl schon nicht leiden, als er zu uns gekommen ist, um ein Referat mit ihr vorzubereiten. Und jetzt kommt er ... fast jeden verdammten Tag zu uns, weil meine liebe Schwester ihn doch so gern hat.
Also gut, als es dann endlich an der Tür klingelt (Ding-Dong ... Spezialeffekte oder so), war sie die erste an der Tür, aber natürlich war Cup früher da. Sie war immer früher da. Egal wann und egal zu welchem Umstand. So auch hier. Kurze Begrüßung und ich werde auch schon rauf geschickt mir endlich was anzuziehen. Meine Freundin muss sich wirklich gegen mich verschworen haben.
Keine Minute später komme ich wieder runter und der Kerl (...Magnus) steht auch schon in der Mitte des Wohnzimmers. Juhe, ich muss meine Kettensäge holen...
"Hallo, Noise.", pfusch und schon hab ich seine Hand vor mir in der Luft schweben. Warum der mir immer seine Bakterien aufdrängen will, ist mir immer noch nicht klar.
"Was geht.", nein, ich habe seine Hand nicht geschüttelt, sondern bin einfach an ihm vorbeigegangen.
"Alles okay? Du siehst müde aus.", die aufgesetzte Freundlichkeit kann ich immer noch in unserem Haus riechen.
"Ich sehe müde aus, weil ich, im Gegenteil zu ein paar anderen Leuten hier ein Leben habe und gestern mit Freunden, männlichen Freunden, die mich bedauerlicherweise immer Kumpel oder ab und an auch Bro nennen, unterwegs war. Unterwegs etwas trinken. Unterwegs ein Leben haben.", der Unterton implizierte schon, wer genau hier gemeint war. Dieses Mal handelte ich mir aber nicht von Lily, sondern von Cup einen Schlag ein. Ich sehe sie an, entgeistert, als ob sie mir gedroht hätte ein Glas voll Honig nach mir zu werfen. Aber sie schüttelte nur den Kopf, als ich berechtigte Einwände erheben wollte.
"Aber dann sind deine Freunde nicht gut für dich.", damit waren die Stränge dann auch endgültig gerissen. Jemand, der den Schneid hatte meine Freunde als schlechten Umgang oder ungut zu bezeichnen, war entweder lebensmüde oder 2m groß und mit Nachnamen Klitschko benannt.
"Pass auf, was du sagst, du halbe Portion. So jemand wie du hat kein Recht meine Freunde als schlecht hinzustellen. Du hast nicht mal so etwas wie Freunde, also tu nicht so oberschlau.", das war die 'Zeigefinger-auf-die-Brust-tipp-Methode' die bei den meisten ziemlich gut funktioniert. Er grinst und meint nur "Tschuldige."
Ich bekomme ein 'Tschuldige' für meine tolle Zeigefinger-auf-die-Brust-tipp-Methode. Ich hatte mir wenigstens erwartet, dass er auf die Knie fällt und um Gnade winselt, so wie es einem schrecklichen Kerl wie mir zusteht, aber ich musste mich wohl der Naivität dieses Jungen beugen.
Im Endeffekt wurde ich dann durch meine Freundin besänftigt. Immerhin hat sie gedroht mich mit den beiden alleine zu lassen, da blieb ich lieber still und friedlich. Wir haben uns dann entschieden aus purer Langeweile einen Film anzusehen, damit wenigstens die Zeit schneller vergehen könnte. Ich, Cup, Lily, Magnus ... setzten uns in dieser Reihenfolge aufgefädelt auf die Couch und saßen.
Der Film ... ich weiß nicht einmal wie er hieß, erinnerte mich extrem stark an Fast and the Furious, da einfach viele gute Szenen nachgemacht worden sind, nur dass alle schlechter waren als im Original. Ergo: Langweilig.
Aber unser kleiner ... ich kanns nicht lassen ... Magnus hat wieder eine unglaubliche Begeisterung an den Tag gelegt und zu jeder Szene einen totaaal witzigen Spruch abgelassen. So was wie: Uhh, den Drift kann man wohl nicht so leicht nachmachen' oder 'Woha ... das kannst du wohl nicht Noise, hm?'
Ich habe noch nie so viele Gedanken an Selbstmord verschwendet.
Noch niemals.
Als der Schei... Entschuldigung, als dieser nicht ganz so interessante Film dann endlich zu Ende war, meinte Magnus, dass wir vielleicht noch etwas spielen können, doch ich habe ein ... bisschen ... auf Stur geschaltet und mehr oder weniger deutlich nein gesagt. Cup nimmt mir das zwar immer noch übel, aber ich kann den Kerl nicht stehen. Und noch einmal kann mein Ego ein Verlieren in Mensch-ärger-dich-nicht nicht hinnehmen.
Für heute reicht der Schmarren über den Freund meiner kleinen Schwester und meine leicht nervige Art mich andauernd über ihn aufzuregen. Da kann ich echt wie eine alte Glucke sein, oder schlimmer.
Also gute Nacht für Heute oder so ähnlich ...
Noise Ende
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