Freitag, 24. August 2012

Fünf 'Männer' allein im Wald.

So, nun endlich schreibe ich hier weiter. Wie versprochen sozusagen. Betreffende Person wird wissen, dass sie gemeint ist, nicht betreffende Person möge diesen Absatz einfach überlesen, weil er eigentlich nicht wirklich viel mentalen Wert hat. Aber nun, da alle diesen Absatz gelesen haben, können wir auch zum eigentlichen Text übergehen.

Wie der ach so ausgefallene Titel schon sagt, geht es darum dass ich und vier meiner Freunde auf und davon in die Tiefen der Wälder sind, einfach so zum Spaß, sozusagen. Es lag wohl auch an der Langeweile, die sich langsam durch die Gassen bewegt hat und uns irgendwie in einen Strudel der Absoluten Lethargie gerissen hat. Irgendwann kam dann einem von uns, wer es war ist nachher nicht mehr ganz klar geworden, die brillante Idee, einfach mal so loszufahren. Ohne Sinn und vor allem: Ohne Ziel.
Also steigen wir auf unsere Maschinen, packen Schlafsäcke und bisschen was zu essen drauf und sind weg bevor unsere Mütter auch nur aus dem Fenster gucken konnte. Aber nun gut. Wir waren also auf und davon und hatten innerhalb der nächsten zwei Stunden knapp fünfhundert Nachrichten mehr. Obwohl die meisten eher darauf bezogen waren, wie faul und unverantwortlich es ist, einfach so abzuhauen und sich ohne irgendeine Meldung aufzumachen.
Doch nun waren wir schon irgendwo auf einer Straße, die denselben Namen trug, wie der Berg auf den sie führte. Aber natürlich wäre es zu einfach auf einer sicheren, betonierten Straße, die kaum gefährliche Kurven oder Abhänge hat, zu fahren. Deswegen sind wir knapp eine Stunde, nachdem die Droh-Nachrichten unserer Mütter endlich ausblieben, auch von den normalen Straßen runter, auf einen Pfad in den Wald hinein.
Dort ging es dann eine Zeit lang bergab, wo der eine oder andere es auch schon geschafft hat über Wurzeln oder Steine zu fahren, sich heldenhaft zu überschlagen, zu sagen 'Alles okay!', wieder auf das Motorrad zu steigen und weiterzufahren. Ich werde jetzt mal nicht mit dem Finger auf mich zeigen.

Wir sind dann schließlich und endlich in einer kleinen Hütte angekommen. Wobei Hütte wohl noch sehr, sehr freundlich ausgedrückt ist. Es war eine Ansammlung von Brettern, die das Glück hatten eine kleine Höhle zu bilden und so einem Bieber vielleicht als neue Wohnung perfekt erschienen wäre. Natürlich sind wir davor stehen geblieben und haben uns erst mal angesehen, wobei die Verspiegelten Brillen, die wir beim Fahren einfach immer tragen, weil wir denken, dass es besser aussieht, ein kleines Hindernis waren, da man so die Mimik genau gar nicht mehr erkennen kann.
Aber wir sind, so wie es sich für halbstarke Weichlinge gehört, in dieses Konstrukt gegangen und haben uns erst Mal umgesehen, nun ohne Helme. Es hat auch nicht lange gedauert, bis die erste Peinlichkeit über uns hereinbricht.
Kaum, dass einer meiner Freunde einen Schritt in das Hüttchen gemacht hat, ist er mit einem Fluch auf den Lippen auch schon wieder rausgerannt. Die von uns, die genügend Hirn besitzen, um daraus zu entnehmen, ebenfalls wegzulaufen, sind natürlich gleich hinten nach und aus dem Haus. Die weniger schnellen Denker (...ich...) sind erst einmal verwirrt stehen geblieben und haben ahnungslos den anderen nachgesehen, nichtwissend, dass sie damit nicht wie die letzten Weicheier aussehen, sobald raus ist, wovor man denn weggelaufen ist.
Die Antwort, für manche wohl doch ein Grund wegzulaufen: Krabbler, Spinnen und ähnliches Getier in Übermengen. Und, man möchte es gar nicht glauben, auch 'Männer' haben ab und an wirklich eine Phobie davor, flüchten sobald sie die sehen und schreien wie kleine Mädchen, falls sie eine Spinne in ihrer Wanne finden. Klingt nicht sehr männlich, aber so ist es nun einmal.
Um das gleich klar zu stellen und somit meine eigene Mannhaftigkeit zu schützen: Ich selbst habe keine Furcht vor den Viechern, wobei ich sagen muss, dass ich Würmer widerlich und Schnecken irgendwie gruselig finde. Fragt mich bloß nicht wieso. Die Erklärung ist wohl mehr als peinlich.

Gut, als sich dann endlich wieder ein paar Überwunden haben hineinzukommen, beginnen wir damit die Insekten und Spinnentierchen aus dem Häuschen zu verbannen, damit wir wenigstens hier alle übernachten konnten und nicht manche unter einer Tanne nächtigen müssen, aus Angst eine Spinne könnte, wer weiß was mit ihnen machen.
Das dauerte schon lange genug, unter anderem deshalb, weil wir es uns nicht nehmen ließen ein paar Schreikrämpfe unter Freunden auszulösen, indem wir mit den Viechern zu ihnen gekommen sind. Bösartig wie wir sind haben wir das nicht nur einmal gemacht.
Als dann endlich alles ziemlich sauber war haben auch unsere Schlafsäcke bald ihren Platz gefunden und es wird nun das Haus weiter durchstöbert. Das gehört sich zwar nicht, aber es sah nicht sonderlich benutzt aus, weswegen wir es einfach mal als Raststätte missbrauchten.
Das beste an der Sache war: Es gab kein fließend Wasser, aber einen Haufen Bier. Warum stellte man eine Kühltruhe, betrieben durch Autobatterien um das anzudeuten, mitten im Wald in die Wildnis und füllt die bis zum Rand mit Bierflaschen? Diese Frage haben wir uns bis jetzt nicht erklären können.
Aber nun gut. Wir, ein Haufen vorwitziger Typen, mitten im Wald und auch noch mit Alkohol versorgt - Das hätte durchaus zu einem Schreikrampf unserer Mütter führen können, doch haben diese -bisher- nichts von alledem erfahren. Beziehungsweise von der Hütte und dem Bier.

Die erste Nacht war wohl das Nonplusultra des schlechten Schlafens. Zwar hatten wir tolle, angeblich gut gedämmte Schlafsäcke und haben uns in diese auch eingewickelt wie fette Maden in Speck, aber dennoch war es sowas von dermaßen kalt, dass ich nicht geglaubt habe, noch innerhalb Europas zu sein. Das war nicht normal. Gefühlte minus 50° Celsius und keine Heizung in Sicht.
Das Gejammere konnte ich nur aushalten, weil ich vermutlich genauso quängelte wie meine Freunde. Im Endeffekt haben wir uns wie die Pinguine zusammengerottet, in irgendeine Ecke, und haben so wenigstens ein wenig besser überleben können. Doch sind wir nicht lange so kuschelig aneinander gedrängt geblieben, da manche diese krasse Käferphobie bis in die Nacht hatten und ohne Vorwarnung aufgesprungen sind und -mit dem Schlafsack- aus dem Haus gehüpft sind, weil sie irgendwo eine Spinne gesehen haben wollten, die später dann aber nicht mehr auffindbar waren.
Irgendwann sind wir dann aber endlich eingeschlafen, doch hatte da schon die Sonne einen leichten Schein über den Himmel gezogen, aber natürlich nicht hell genug, um irgendwie warm zu sein.
Sicher ein witziges Bild, fünf Kerle, alle über 1,70 eng aneinandergekuschelt, wie die Stoffbären.
Gegen Mittag sind wir dann wieder aufgewacht, manche durch kleine Schubser, die sie über den Boden kullern ließen.
Schlafsäcke weg, schnelle Katzenwäsche und dann auf in den Wald, um zu sehen, was es dort gibt.

Der Wald war dunkel, feucht und verdammt moosig. Egal wohin man getreten ist, überall sinkt man nen knappen Schritt ein und hört ein schmatzendes 'Quatsch', fast so, als ob sich ein fettes Schwein in eine Schlammlacke werfen würde. Also sind wir quatschend und schmatzend durch den Wald gestakt, während unsere Schuhe und Socken bald genauso durchnässt waren, wie das Moos selbst.
Als wir dann endlich auf das Highlight dieses düsteren Walds gestoßen waren - ein kleiner Bach, der nicht nur arschkalt, sondern so verdammt eisig war, dass du nicht mehr hast reden können, wenn du den Kopf reingesteckt hast- haben wir uns natürlich gleich mal die Hosen hochgekrempelt und sind wie die kleinen Kinder dort rein.
Blöd nur, dass das Wasser ein bisschen schneller und reißender war, als wir vermutet haben.
Also: Lachend rein, schreiend stürzten, prustend wieder aus dem kalten Wasser raus.
Aber nicht, dass wir einfach dann wieder raus und in die warme Sonne sind. Neein... wir mussten uns ja gegenseitig untertauchen und anspritzen und dann mit klitschnassen Stöcken Star Wars nachgespielt, wobei auch einige blaue Flecken ihren Platz auf Armen, Beinen und noch viel öfter auf dem Rücken fanden.
Nachdem die mutigen Jedi-Ritter dann aber endlich zitternd und bibbernd wieder zurück zur Hütte gekommen sind, erwartet sie auch schon die nächste Überraschung.
Auf einem Stein, vor der Hütte, im Wald eines Landes saß vor sich hin dösend - wenn diese Tiere überhaupt sitzen können - eine Schlange. Ja klar, alle werden sofort meinen 'Oh mein Gott! Eine Schlange!', aber es war nicht sonderlich schrecklich oder Furcht einflößend, wie sie da eingeringelt pennend auf dem Boden gelegen ist. Zuerst wollten wir sie auch heroisch vertreiben, aber da sie nicht auf uns reagiert hat, sind wir einfach da geblieben wo wir waren, haben ein paar weitere Flaschen Bier geleert und das Tier beobachtet.
Sie ist im Endeffekt dann friedlich abgezogen und hat sich dann auch nicht mehr blicken lassen.

An dem Tag ist dann nicht mehr allzu viel witziges passiert, bis auf eine unglaubliche belämmerte Tat meinerseits, die darin bestand mit offenen Augen und eigentlich auch eingeschalteten Gehirn gegen einen Baum zu rennen.
Mein Kommentar, dass der gerade eben aber noch nicht da gestanden hätte, wurde einfach mit Lachern abgetan. Sonst war nicht wirklich viel los.

Natürlich war das nicht alles was dort abging, aber ich kann ja nicht immer alles aufschreiben, da würdet ihr - wer auch immer ihr seid - euch dumm und dämlich lesen, deswegen eher 'kürzer'.
Was auch immer das nächste Mal on kommt, wird nichts oder nur sehr wenig hiermit zu tun haben, einfach, weil ich euch die bösen Geheimnisse erspare. Sonst müsste ich euch aufstöbern und erschießen.
Eigentlich nicht, aber ich mag den Spruch.

Noise Ende

1 Kommentar: